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Seit Jahren habe ich mit künstlichen Haaren aus dem Afroshop gearbeitet und damit bis zu 80 cm hohe Perücken gebaut. Dieses Kunsthaar zu verkleben ist wirklich schwierig, weil Spuren des Heißklebers ganz schnell alles ruinieren können. Tropft was, kann man den Haarstrang eigentlich nur noch wegwerfen. Aber seit Jahren dachte ich, das wäre mal ein interessantes Material, um ein ganzes Kleid draus zu machen. Wie Ihr sehen könnt, ist es möglich. Aber es war eines der langwierigsten, schwierigsten und teuersten Kostüme, die ich je gemacht habe. Vor allem der Transport machte mir große Sorgen. Ich hatte Angst, dass das Kleid nach dem Auspacken in Venedig wie ein explodierter Wellensittich aussehen würde. Und es war so ein Haufen Arbeit, das Haar zu kämmen und zu verkleben, ohne es zu verkleistern. Ich habe eine Tonne Haarspray drauf gesprüht, um es zu fixieren. Die ganzen Bordüren und „Spitzen” sind auch aus Haar und alle selbstgeflochten. Hat ewig gedauert und das Kostüm hat auch nicht so lange gehalten, wie die aus Stoff. Schade, denn die Zartheit des Kostüms ist sehr speziell und wunderschön, finde ich.
Oh, der Name… also, für venezianische Frauen (besonders die vor ein paar Jahrhunderten, mit einem „beliebten” Job hatten - Venedig war berühmt für seine charmanten, schönen Kurtisanen… aber das ist eine andere Geschichte) war ein spezielles Blond ein absolutes Schönheitsideal und die Damen taten absurde Dinge (Bleichtechniken), um Blond zu werden. Also dachte ich, als Referenz an meine liebste Stadt verwirkliche ich mal meine „blonden Ambitionen”… Zum Glück wollte Odile (die eigentlich dunkle Haare hat) auch immer schon mal Blond sein. Odile ist Französin (die in Italien lebt) und hat diese spezielle Grazie und ich finde, sie ist die perfekte Frau, um dieses Kostüm zu tragen. Sie sah wundervoll aus. Danke, Odile.
Fotos im Internet:
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